Dienstag, 12. Juli 2011

Habib Koité, Afel Bocoum, Oliver Mtukudzi - Acoustic Africa

Leider habe ich es nicht geschafft, mir einer der Shows letztes Jahr anzusehen, dabei zählt zumindest Habib Koité mittlerweile zu meinen Lieblingsmusikern und auch Afel Bocoum steht hoch bei mir im Kurs. Nur Oliver Mtukudzi kannte ich bislang nur vom gelegentlichen Reinhören, was mich bis dato aber nicht zum Kauf eines seiner Alben überzeugen konnte.Möglicherweise setzt er einfach auf die falsche Instrumentierung, im rein akustischen Gewand überzeugen die 4 Stücke, die er für diese Veröffentlichung bereitgestellt hat aber auf ganzer Linie.Besonders Neria, das nur mit einer Gitarre und dem metallischen Pluckern einer Mbira auskommt, hat es mir dabei besonders angetan. Wobei der Unterschied zu den Studioalben bei Mtukudzi noch am größten sein dürfte, bei Habib Koité und Afel Bocoum ist die Musik ja schon von Haus aus meist akustisch gehalten, oft unter Einbeziehung traditioneller Instrumente wie z.B. Njarka oder Njurkel, die natürlich auch bei diesem Auftritt nicht fehlen durften. Das Hauptinstrument ist aber, wie auf dem Cover deutlich zu sehen ist, die Akustikgitarre, die auch schon mal in bester Status Quo Pose gespielt wird.
Acoustic Africa  liegt also nun als CD/DVD Set vor, schön verpackt im hochformatigen Digipak, wobei die Aufnahmen der CD und der DVD vom selben Auftritt stammen. Leider wird auf beiden Tonträgern das Publikum zwischen den einzelnen Songs immer aus- und wieder eingeblendet, was den Flow des Konzertes doch etwas stört. Warum die Übergänge nicht fließend gestaltet wurden, bleibt ein Rätsel, zumal es ja nicht das erste Livealbum auf Contre Jour ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass manche Kameraeinstellung auf der DVD arg flackert, was nicht gerade angenehm ist und das eigentlich hätte auffallen müssen. Der Sound ist allerdings sehr gut und die Songauswahl durchweg hochkarätig. 3 der 4 Afel Bocoum Songs sind bislang sogar nur hier vertreten, was ein zusätzlicher Pluspunkt ist. Die Anteile an diesem Projekt sind gerecht verteilt, so darf jeder der Musiker jeweils 4 seiner Songs präsentieren (jeweils 3 auf der CD) und am Ende gibt es 2 Zugaben, an denen dann alle Musiker beteiligt sind. Zunächst das eigens für dieses Projekt geschriebene Malizim, das zeigt, dass auch eine geographische Distanz kein unüberwindbares Hindernis darstellt. Obwohl hier 2 völlig unterschiedliche Kulurkreise vertreten sind, funktioniert das Zusammenspiel der Beteiligten ganz ausgezeichnet. Ganz zum Schluss gibt es noch den kenianischen Popklassiker Maleika, der in der Vergangenheit des öfteren gecovert wurde (u. a. von Miriam Makeba) und hierzulande wohl dank der schlagerhaften Version von Boney M bekannt sein dürfte. Dagegen wirkt diese rollende Acoustic Africa Version fast schon wie eine späte Rache an Frank Farian, der diesen Song damals nicht schlimmer hätte verhunzen können.

Auch wenn es den ein oder anderen Kritikpunkt gibt, so handelt es sich bei Acoustic Africa dennoch um ein absolut empfehlenswertes Album. Abgesehen davon darf man natürlich auch nicht vergessen, dass das sympathische Contre Jour Label sicher nur über ein begrenztes Budget verfügt. Musikalisch ist das Ganze erwartungsgemäß sowieso über jeden Zweifel erhaben und es bleibt zu hoffen, dass dieses Projekt eine Fortsetzung finden wird.

(Contre Jour / 2011)

Donnerstag, 7. Juli 2011

Seun Kuti & Egypt 80 - Live in Karlsuhe (05.07.2011)

Im Grunde habe ich nur einen Traum: ich möchte irgendwann einmal nach Lagos ins New Afrika Shrine, natürlich an einem Abend an dem entweder Femi oder Seun oder am besten gleich beide auftreten. Seun tut dies normalerweise am letzten Samstag im Monat, zur Zeit ist er aber in Deutschland auf Tour. Inwieweit dabei die Atmosphäre des Afrika Shrine ins Karlsruher Tollhaus übertragen werden konnte, kann ich natürlich nicht sagen, zumindest klimatisch dürfte es aber gar nicht soweit davon entfernt gewesen sein. Nach 90 Minuten Dauergroove war ich komplett nassgeschwitzt. Und dabei war das Konzert leider bei weitem nicht ausverkauft. Schon im Vorfeld wurde die Hälfte des Zeltes durch einen Vorhang abgetrennt und auch der restliche Raum war höchstens zu einem Drittel gefüllt.Schwer zu sagen, warum nur so wenige gekommen waren, immerhin stand eine legendäre Band auf der Bühne, deren Mitglieder zum Teil schon in den 80er Jahren für Fela gespielt hatten. Übertroffen werden können hätte das nur noch durch eine Wiederbelebung von Afrika 70 mit Tony Allen am Schlagzeug.
Wie dem auch sein, Seun, der die Band im Alter von 17 Jahren übernahm, ließ die Band sich erst einmal warm spielen, ehe er auf die Bühne kam und die Show direkt mit Zombie begann, dem zentralen Stück aus dem Fela Katalog, ein Stück, das im Lauf der Zeit nichts von seiner Brisanz und Aktualität eingebüßt hat und auch an diesem Abend eine klare Ansage war. Nach eigenen Angaben eröffnet er jede Show mit Zombie in Gedenken an und aus Respekt vor dem Vater.Und dessen Geist schien allgegenwärtig zu sein, denn die in der Folge hauptsächlich vom aktuellen Album From Africa With Fury: Rise stammenden Stücke mutierten auf der Bühne zu ausgedehnten Jams, die den Saal jederzeit zum Kochen brachten. Dazu trugen auch zwei leicht bekleidete Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen bei, die wie zu Fela Zeiten geschminkt waren und sichtlich Spaß an der Show hatten.Eine Show, die auch an politischen Statements nicht sparte, was in Stücken wie Slave Masters oder Mr. Big Thief nicht nur Dank des jeweiligen Titels deutlich wurde. Letzteres wurde sogar spöttisch dem nigerianischen Ex-Präsident Olusegun Obasanjo gewidmet, der schon zu Fela Zeiten sein Unwesen trieb.Das zentrale Stück Rise nutzte Seun schließlich für eine kurze Ansprache, die im Kern Halbbruder Femis letztjähriges Africa For Africa weiterführte. Hier tritt dann auch Gitarrist Obayendo aus dem ansonsten von Bläsern dominierten Sound hervor und zeigte, dass es Justin Adams auf dem Album gar nicht gebraucht hätte.Wie auch schon auf dem Album fiel Rise im Vergleich zum Rest der Show etwas aus dem Rahmen und gewährte eine leichte Verschnaufspause, bevor die gut geölte Rhythmusmaschine wieder Fahrt aufnahm.Beim letzten Stück You Can Run zog sich Seun dann das längst durchgeschwitzte Hemd aus. Zuvor hatte er das Stück noch als Mittel zur Verführung der eigenen Frau angekündigt, wegen der kurzen markanten Trompetenmelodie am Anfang, wie er erklärte.Wobei der ernste Inhalt des Stücks wahrlich nichts mit Verführung zu tun hat aber eben auch den typischen Kuti Humor zeigt.Danach war Schluss, Zugaben gab es leider keine trotz gut 5 Minuten langer und lautstarker Forderung. Die Klasse des Konzertes schmälerte das freilich nicht und somit ging ein denkwürdiger Auftritt zu Ende. Fela Lives hat sich Seun auf den Rücken tätowieren lassen und tatsächlich beschlich einen das Gefühlt, dass er an diesem Abend tatsächlich irgendwie anwesend war.

Freitag, 17. Juni 2011

African Spacecraft 21: The Sound of the Desert

Sendetermin: 16.06.2011


Playlist:

01 Toumast - Ikalane Walegh
02 Tinariwen - Matadjem Yinmixan
03 Terakaft - Aratan N'Azawad
04 Terakaft - Amazzagh
05 Tamikrest - Fassous Tarahnet
06 Tamikrest - Nak Amadjar Nidounia
07 Bombino - Tar Hani
08 Bombino - Tigrahawi Tikma
09 Tartit - Ofous D'Ifous
10 Ali Farka Toure - Amadinin

Mittwoch, 8. Juni 2011

African Spacecraft 20: Island Blues

Sendetermin: 07.06.2011

Playlist:

01 Mariana Ramos - Beleza
02 Mariana Ramos - Mariana
03 Mayra Andrade - Dimokransa
04 Mayra Andrade - Michelle
05 Cesaria Evora - Flôr Di Nha Esperanca
06 Cesaria Evora - Sodade
07 Mikea - Tsena Zoma
08 Fataka - Gasikara
09 Fataka - Drôtsy
10 Rajery - Mandehandeha
11 Nathalie Natiembé - Tangaz pa tro for
12 Culture Muscial Club - Ni Yeye

Mittwoch, 18. Mai 2011

African Spacecraft 19: Ebo Taylor Special

Sendetermin: 17.05.2010

Playlist:

01 Apagya Showband - Kwaku Ananse
02 Ebo Taylor - Twer Nyame
03 Ebo Taylor - Aba Yaa
04 Pat Thomas & Ebo Taylor - Ene Nyame Nam 'A' Mensuro
05 Ebo Taylor & The Sweet Beans - Odofo Nyi Akyiri Biara
06 Ebo Taylor - Aborekyair Aba
07 Ebo Taylor & The Pelikans - Egya Edu

Mittwoch, 4. Mai 2011

African Spacecraft 18: Kuti Family Special

Sendetermin: 03.05.2011

Playlist:

01 Femi Kuti - Frustrations
02 Femi Kuti - Inside Religion
03 Seun Kuti & Egypt 80 - Rise
04 Seun Kuti & Egypt 80 - Slave Masters
05 Fela Kuti & Egypt 80 - Just Like That

Mittwoch, 6. April 2011

African Spacecraft 17: Time Travelin' - A Tribute To Fela

Sendetermin: 05.04.2011

Playlist:

01 Common - Time Travelin' (A Tribute To Fela)
02 Fela & Africa 70 - Shuffering And Shmiling
03 Common - Time Travelin' Reprise
04 Fela & Egypt 80 - Beasts Of No Nation

Mittwoch, 2. März 2011

African Spacecraft 16: Mali Twist

Sendetermin: 01.03.2011

Playlist:

01 Mali Latino - Donkan
02 Djelimady Tounkara - M'Bématoma
03 Boubacar Traoré - Mali Denhou
04 Boubacar Traoré - Djougouya Niagnini
05 Sidi Toure - Taray Kongo
06 Ali Farka Toure - Machengoidi
07 Ali Farka Toure - Amandrai
08 Ali Farka Toure - Tulumba
09 Mali Latino - Remercier Les Travailleurs

Freitag, 18. Februar 2011

African Spacecraft 15: Rock El Casbah!

Sendetermin: 17.02.2011

Playlist:

01 Rachid Taha - Barra Barra
02 U-Cef - Boolandrix
03 Hindi Zahra - Oursoul
04 Souad Massi - Kin Koun Alik Ebaida
05 Smadj feat. Rokia Traoré - He Said
06 Ghalia Benali & Timnaa - Tiflatan Arabiya
07 Amine & Hamza - Meni Nessi
08 Souad Massi - Stop pissing me off
09 Khalifa Ould Eide & Dimi Mint Abba - Sawt Elfan
10 Malouma - Lemra
11 Souad Massi & Paul Weller - Let me be in peace

Mittwoch, 2. Februar 2011

African Spacecraft 14: Gainde - Voices From Senegal

Sendetermin: 01.02.2011

Playlist:

01 Youssou N'Dour - Boul Bayekou
02 Youssou N'Dour - Toxiques
03 Touré Kunda - Courrier
04 Touré Kunda - Ne Nam 1
05 Yandé Codou Sène - Gainde
06 Baaba Maal & Mansour Seck - Lam Tooro
07 El Hadj N'Diaye - Boor Yi
08 Daby Balde - Lalé Kouma
09 Diogal - Bok Tuma
10 Baaba Maal - Tiedo